Beindruckend - Die Olympus OM-D Serie

Olympus Photography Playground -
Test der E-M1

Bisher habe ich noch keine Olympus Systemkamera testen können und da kam der Olympus Photography Playground in Hamburg gerade recht! In verschiedenen Städten Deutschlands gab es eine Art „Spielwiese für Fotografen“. Am Eingang erhielt jeder Besucher eine Olympus OM-D Kamera mit einer 4gb. SD-Karte dazu. Man erhielt auch nicht irgendeine Kamera, sondern eine die man selbst testen wollte. Alle aktuellen Kameras der OM-D Serie standen zur Verfügung und konnten somit nach Herzenslust ausprobiert und getestet werden.

Meine Freundin hat sich eine E-M10 genommen und war bereits nach ersten Bildern hin- und weg davon. Ich gönnte mir das aktuelle Flaggschiff - die  Olympus E-M1 mit dem Standardzoom Olympus 12-40 mm 2.8 ED (EZ-M1240).

Präziser Autofokus trotz schwieriger Lichtverhältnisse

Die Verarbeitung beider Kameras ist hervorragend

Kein Zweifel, die Olympus ist super verarbeitet und liegt toll in der Hand. Die große Schwester E-M1 ist natürlich etwas größer als die Kleine E-M10. Bei der E-M1 ist das Gehäuse auch für große Hände gut geeignet. Zusammen mit dem Objektiv ist die Kamera schön ausbalanciert. In wie fern das Gehäuse wassergeschützt ist konnte ich natürlich nicht ausprobieren. Dafür gab es zu viele Zeugen im Falle eines Totalschadens… ;-)

Wie auf den Bildern zu sehen ist, war es eine sehr anforderungsvolle Location für die Kameras. Teils sehr dunkel, teils viele Farben und Kontrast sowie immer wieder andere Lichtkonstellationen und Temperaturwerte. Das stellte auch den Autofokus und die Automatik (wenn verwendet) auf eine enorme Probe.

Der Autofokus beider spiegelloser Kameras sucht seines Gleichen und beeindruckte mich schon sehr. Sehr schnell und überaus präzise! Zwar hatte ich bisher schon viel Positives über das Autofokussystem von Olympus gelesen, aber im Praxistest konnte ich sie bisher nicht testen. Sowohl die E-M1 als auch die EM10 hatten kaum Schwierigkeiten beim Fokussieren in dem dunklen Raum. In diesem stand lediglich ein Zelt in dem zwei Projektoren verschiedene Grafiken an die Wände es Zeltes projizierten. Es gabt „Regen“, „Wind“ und „Sturm“ zu bestaunen. Zudem wurde die Szenerie akustisch begleitet, was insgesamt eine tolle und gelungene Installation war.

Man hatte den Eindruck, dass den Kameras die Anforderung glatt Spaß gemacht hat!

 

Beide Olympus Kameras sind mit einem klappbaren Touchdisplay ausgestattet, welches sich jedoch nicht seitwärts schwenken lässt. Es ist knack scharf und kontrastreich. Z. B. lässt sich so sehr schnell der Autofokuspunkt über das Display setzen. Sicher nicht für jeden interessant, aber um nahe dem Boden zu arbeiten sehr praktisch.

Keine leichte Arbeit für die Kameras, aber ein tolles Lichtspiel für uns

Wenn man durch den Sucher der E-M1 sieht bekommt man ein helles, übersichtliches Sucherbild zu sehen. Ebenfalls sehr praktisch: Alle Einstellungen die auf dem Display selbst zu sehen sind können über das Sucherbild dargestellt werden! Es gibt alles Mögliche an Einstellungen die angezeigt werden können wie z. B. Helligkeit (Histogramm), Blende- und Zeiteinstellung, Wasserwaage etc.
Was ich besonders toll fand: Dir wird die Helligkeit im Bild „just in time“ angezeigt. So wie sie letztendlich auch auf dem Bild zu sehen sein wird. Dies ist ein großer Vorteil von spiegellosen Kameras mit elektronischem Sucher!

 

Die Menüführung

Alles ist übersichtlich strukturiert und gut im Menü zu finden. Nach etwas Eingewöhnung kommt man schnell damit zurecht und hat auch die C1-C4 Customer Buttons (eigene Konfigurationstasten) schnell mit eigenen Einstellungen belegt, um noch intuitiver fotografieren zu können.

Im zweiten Raum des Olympus Photography Playgrounds waren in seiner Mitte verschiedenfarbige Bänder zwischen Baumstämmen aufgespannt. Durch eine gelungene Lichtinstallation wurde es auch hier nicht langweilig zu fotografieren. Außerdem wurden die rauen Backsteinaußenwände des Raumes für Porträtshootings genutzt. In diesem Raum konnte man gut mit Unschärfen und Schärfenverlauf spielen, da sich viele „Ebenen“ im Bild wiederfanden.

Gerade für Amateure und Hobbyfotografen halten die Kameras eine Menge Gimmicks bereit. Es stehen insgesamt 24 Motivprogramme und 14 Filter zur Auswahl, die selbst ich als Profi interessant fand. Im Besonderen sei hier der Modus „Art“ genannt, der mit seiner SW-Konvertierung und Kontrasteinstellung den Bildern einen coolen Look verleiht. Zwar täte ich diesen Modus nicht zu häufig anwenden, weil ich gerne die gesamte Kontrolle über meine Bilder behalte und der Look erst später im Photoshop erstellt wird, aber dennoch ist dies eine gelungene Abwechslung.

Knackschaf und Kontrastreich

Kritik

Die Kameras an sich, das Autofokussystem und die Bildqualität der OM-D Serie ist auf sehr guten Niveau und im Consumer/Amateur Bereich lassen die Kamera kaum Wünsche offen. Bei 3 stündigen Test sind mir lediglich zwei Punkte aufgefallen, die jedoch nicht ausschließlich Olympus zuzuschreiben sind. Eine Schwierigkeit lag darin, den oberen, unter dem Okular befindlichen Fokuspunkten über das Touchdisplay auswählen zu können. Da der Näherungssensor für das Display zu sensibel eingestellt ist, schaltet sich bei Näherung des Fingers an das Okular das Display aus.

Nachdem sich der Finger entfernt und das Display wieder erleuchtet, muss der Menüpunkt zum Auswählen des Fokuspunktes erst erneut ausgewählt werden… Dies ist sicher nicht sehr praktisch, kommt jedoch in der Praxis meistens nicht sehr häufig vor.

Was jedoch schwerer wiegt ist die Tatsache, dass die Systemkameras aufgrund ihrer technischen Gegebenheiten sehr viel Strom/Akku verbrauchen. Das Gehäuse wird bei großer Beanspruchung unangenehm warm in der Hand. Dies kennt man von DSLRs nicht. Bei meinem Besuch im Olympus Photography Playground habe ich in ca. 3 Stunden einen ganzen Akku durchgezogen und dabei ca. 250 Bilder geschossen. Das dabei eine ganze Akkuladung drauf ging war bei diesen schwierigen Lichtverhältnissen jedoch kein Wunder.

 

Lob

Die Verarbeitung des Gehäuses, die Menüführung, die Abbildungsqualität der Optik und das Autofokussystem sind wirklich toll. Zudem gibt es einiges, was man im gleichen Preissegment bei DSLRs vergeblich sucht (5-Achsen-Stabilisierung im Gehäuse, Bluetooth® und WiFi Unterstützung.
Alles in allem ist die Olympus OM-D Serie für anspruchsvolle Hobbyfotografen sehr zu empfehlen.

Aufgenommen mit Art-Filter an der Olympus E-M10

Danke Olympus!!

Es war super die Kameras von Olympus einmal testen zukönnen. Den Hersteller hatte ich zuvor nicht auf dem Schirm und kann heute mit guten Recht behaupten, dass die Kameras von Olympus wirklich ihr Geld wert sind!
Wenn der "Olympus Photography Playground" irgendwann in Eurer Nähe ist solltet ihr dort hingehen und ihn selbst einmal ausprobieren.

Ich bin jedenfalls tollen Eindrücken und schönen Bildern zurückgekehrt und werde ihn das nächste Mal ganz sicher wieder besuchen...!

Posted by Jens Hannewald.