Drohnenfotografen: 4-Punkte die Sie beachten sollten!

Drohnenfotografen:
Das sollten Sie unbedingt bei Shootings beachten!

Drohne im Anflug

Der Kreativität seinen Lauf lassen ist der große Wunsch jedes Fotografen: Der Einsatz von Drohnen eröffnet hier vielfältige Einsatzmöglichkeiten und neue Perspektiven. Nicht nur Privatleute, sondern auch immer mehr Firmen setzen auf beeindruckende Bildaufnahmen aus neuen Blickwinkeln. Ob Tourismus-, Architektur- oder Filmbranche –  professionelle Drohnenfotografen bieten diverse Services für fast jeden Kunden. Fragen nach einer passenden Versicherung oder bestimmten rechtlichen Voraussetzungen geraten bei der Menge an Anfragen gerne mal in den Hintergrund. Die folgende Checkliste zeigt Ihnen auf, was Sie als gewerblicher Drohnenfotograf beachten sollten und wie Sie bei Werbeshootings legal und professionell abheben können.  

 

Gewerblicher Drohnenfotograf:
Standard-Voraussetzungen für Profi-Piloten

Drohnenfotografen – und solche, die es werden wollen – müssen wissen: Ohne ausreichenden Versicherungsschutz darf in Deutschland keine Drohne in die Luft steigen. Grundsätzlich ist der Drohnenhalter für alle Personen-, Sach- und Vermögensschäden haftbar, die er mit seinem Gerät verursacht. Welche Versicherung hier nützlich ist, zeigt der nächste Punkt.

 

1. Drohnenversicherung      

Bereits seit 2005 gilt für die Nutzung von Drohnen und anderen unbemannten Flugobjekten eine gesetzliche Versicherungspflicht. Der Abschluss einer Haftpflichtpolice, auch Drohnenversicherung genannt, ist somit obligatorisch. In den meisten Fällen haftet die private Haftpflichtversicherung eines gewerblichen Drohnenfotografen hier nicht. Da der gewerbliche Nutzer häufig besonders hochwertige Geräte besitzt, sollte ergänzend über eine Kaskoversicherung nachgedacht werden. Diese greift bei Schäden, die die Drohne selbst betreffen (z. B. Diebstahl, Wasserschaden). Insbesondere professionelle Drohnen können schließlich schon mal mehrere Tausend Euro kosten.

  • Haftpflichtversicherung ist gesetzlich vorgeschrieben.
  • Kaskoversicherung bei hochwertigen Drohnen sinnvoll
 

2. Flugerlaubnis  

Gewerblich tätige Drohnenfotografen benötigen für den kleinen Helfer eine behördliche Genehmigung, wenn das Gewicht der Drohne 5 Kilogramm übersteigt. Wer ohne Aufstiegsgenehmigung gewerbliche Fotos mit einer Drohne anfertigt, muss mit einem Bußgeld rechnen. In einem Beispielfall aus Mecklenburg-Vorpommern hat ein gewerblicher Drohnenfotograf unerlaubt auf einem Hafenfest gefilmt. Die Folge: 1.500 Euro Bußgeld.

Drohne im Flug

Zudem sollte der Fotograf wissen, dass er grundsätzlich ab einer Flughöhe von 100 Metern einer Erlaubnis- beziehungsweise einer Kenntnisnachweispflicht unterliegt. Ebenso gilt der Kenntnisnachweis unter 100 Metern Flughöhe für Drohnen, die schwerer als zwei Kilogramm sind. Ab einem Gewicht von fünf Kilogramm ist man verpflichtet, eine sogenannte Erlaubnispflicht einzuholen. Zudem gilt die Kennzeichnungspflicht, unabhängig der Drohne, ab einem Gewicht von 0,25 Kilo. Wiegt die Drohne mehr als zwei Kilogramm, braucht der Pilot in jedem Fall einen Führerschein – einen sogenannten Kenntnisnachweis. Den gibt es bei den zuständigen Landesbehörden.

  • Gewerbliche Drohnenfotografen benötigen eine Aufstiegsgenehmigung.
  • Außerdem sind je nach Drohnengewicht Kennzeichnungs-, Erlaubnis- und Kenntnisnachweis zu beachten. 

Tipp: Bevor Sie ein professionelles Shooting durchführen, checken Sie, ob es eine gesonderte Flugerlaubnis braucht. Verbotszonen sind Flughäfen, Industrieanlagen, Bundesbehörden, Naturschutzgebiete, Menschenansammlungen und Einsätze von Polizei- und Rettungskräfte.

 

3. Technik 

Die spannende Vogelperspektive bei Drohnen ermöglicht ein völlig neues Kennenlernen der Kameratechnik. Die technischen Möglichkeiten haben sich extrem weiterentwickelt. Dadurch kann der Drohnenfotograf Livebilder mit digitaler Technik mit höchstmöglicher Reichweite und in hochauflösender Bildqualität übertragen. Gerade für Profis dürfte der Einsatz von gleich zwei Fernsteuerungen interessant sein. Während mit der einen die Drohne gesteuert wird, kann mit der zweiten, dem sogenannten Cam-Operator die Kamera justiert und ausgelöst werden.

Tipp: Je nach Witterung sollte auf den Drohnen-Einsatz verzichtet werden (insbesondere bei Wind). Es drohen verwackelte Aufnahmen oder schlimmstenfalls sogar Schäden an der Drohne selbst.

Hochwertige Kamera

Professionelle Drohnenfotografen verfügen darüber hinaus über spezielles Equipment. Eine hochwertige Ausstattung verleiht gerade Nachtaufnahmen den besonderen Schliff. Ähnlich vielfältig ist das Angebot an Equipment auch im Bereich der Bildstabilisierung. Je nach Tätigkeitsschwerpunkt lohnt sich die Anschaffung weiterer Hilfsgegenstände, welche entsprechend versichert beziehungsweise in der Deckungssumme abgesichert werden sollten.

  • Technische Möglichkeiten sind vielfältig.
  • Änderungen für Extra-Equipment in der Versicherungspolice bedenken!
 

4. Sicherheit

Beachten Sie unbedingt die Flugverbotszonen. Vor gewerblichen Aufnahmen, sollten Sie sich beim Auftraggeber über Eigentumsverhältnisse möglicher Überfluggebiete erkundigen und gegebenenfalls entsprechende Erlaubnis vom Besitzer oder der zuständigen Behörde einholen.

Des Weiteren sollte der Drohnenfotograf ständig im Hinterkopf behalten, dass bei der Anfertigung von Aufnahmen mitunter Persönlichkeits- oder Urheberrechte verletzt werden können. Verzichten Sie in jedem Fall darauf, einzelne Personen in den Fokus zu nehmen. Ausnahme: Der Mensch ist lediglich „Beiwerk“ einer Bild- beziehungsweise Videoaufzeichnung. 

Für Drohnen über 5 KG benötigten Sie eine Genehmigung!
  • Keine Aufnahmen über Menschenmassen, Bundes- bzw. Landesbehörden, Industrieanlagen, Wohngrundstücken, Kontrollzonen von Flugplätzen und Einsatzorten der Polizei bzw. Rettungskräften.
  • Vorsicht bezüglich Persönlichkeits- oder Urheberrechten.
 

Fazit

Wer als Drohnenfotograf für Unternehmen oder selbstständig tätig sein möchte, sollte sich im Vorfeld über mögliche Gesetzesvorschriften informieren. Mit passenden Versicherungen kann man rechtlichen Auseinandersetzungen vorbeugen. Der Nachweis der Flugerlaubnis ist mindestens genauso wichtig wie die Kennzeichnung und Absicherung der Drohne oder zusätzliches technisches Equipment.


Gastbeitrag von Davide Boscarino
Policen Direkt Versicherungsvermittlung GmbH
Mehr Infos unter http://www.policendirekt.de


Posted by Jens Hannewald.