SONY Alpha 7R - Hands-On Test

Wow - beeindruckend

Vorvergangene Woche konnte ich die Sony Alpha 7R und das Zeiss Tessar f4 24-70mm ein wenig testen. Hamburg hatte sich an dem Tag von seiner besten Seite gezeigt und uns tollen Sonnenschein und angenehme Temperaturen beschert.

Was mich an der Sony besonders interessierte war die kompakte Bauform, das geringe Gewicht, die hervorragende Detailtreue und der beindruckende Dynamikumfang. Sie ist deutlich leichter, kompakter und ebenso leistungsstark wie eine Nikon D810 oder Canon EOS 5d III und kostet mal eben 1.000 € weniger. UVP: 2.099 € - heutiger Straßenpreis: 1.600 € (Juni 2015).
 

Der Blick auf die Sony Alpha 7R

Der Blick auf die Sony Alpha 7R


Die Bedienung

Ich kann meine Nikon Kameras aus dem Schlaf bedienen und bin sicher im Erreichen der Schnellwahlmenüs und Drehrädchen. Sicher geht es Euch mit Euren Kameras ähnlich. Daher viel es mir zu Beginn recht schwer die Sony Alpha 7R auf anhieb intuitiv zu bedienen. Sicher, dass kann man nicht sofort bei einer fremden Kamera erwarten, aber dennoch hätte ich es mir etwas leichter vorgestellt.

Die Sony hat eine Menge Gimmics und Spielereien, dass man sich auch schnell in ihren Menüs und Einstellungsmöglichkeiten verlieren kann.

 
Es sei jedem dazu geraten sich zuvor durch die Bedienungsanleitung zu wühlen und die eigens präferierten Einstellungen auf bekannte Tasten zu legen. Dies kann einem zu Beginn enorm helfen diese Kamera lieb zu gewinnen.
 

Tolle Detailschärfe und Kontraste

Tolle Detailschärfe und Kontraste


Die Tastenbelegung

Die Tasten C1, C2 und C3 (die häufig gebraucht werden) sind nicht perfekt positioniert. Sie sind zu klein und zu schwer zu erreichen. Der Auslöser befindet sich an einer zu hohen Position, um als ergonomisch und gut bedienbar durchzugehen. Die gesamte Tastenbelegung soll sich mit der Mark II bzw. Sony Alpha 7 II jedoch schon gebessert haben.

Die mittlere Schnellwahltaste ist mit mehreren Funktionen bestückt und gut mit dem Daumen zu erreichen. Wenn hier die Konfiguration für einen selbst vorgenommen wurde ist damit gut und sicher zu arbeiten.

Die Wertigkeit und Verarbeitung der Sony liegt im gesamten auf Profiniveau und lässt keine Wünsche übrig.
 
Knackscharfes Display mit vielen Informationen

Knackscharfes Display mit vielen Informationen


Live Histogramm

Die Sony Alpha 7R hat eine Menge zu bieten. Nicht nur, dass sie eine überragende Detailgenauigkeit und einen krassen Dynamikumfang abbilden kann. In ihrem Menü finden sich nahezu unbegrenzte Einstellmöglichkeiten. Was mir dabei sehr gut gefallen hat war, dass die Anzeige der Helligkeitsverteilung (Histogramm) „live“ eingeblendet werden kann. D. h. Du kannst live sehen wie sich die Helligkeitsverteilung des gesamten Bildes verhält und ggf. noch vor dem Shoot korrigieren.
 

Satte Farben und viel Detail

Satte Farben und viel Detail


Die Bildqualität

Enorm! Einfach und präzise formuliert. Die Detailtreue und der Dynamikumfang von ca. 14 Blendenstufen (!!) ist einfach grandios! Es macht Spaß damit Architektur, Landschaften oder Portraits abzubilden und deren klare Kontrastverhältnisse und Konturen zu bestaunen. Die Farbübergänge in Wolkenabbildungen werden überaus fein gezeichnet, währenddessen das im Schatten liegende dunkle Gemäuer kontrastreich wie detailgenau wiedergegeben wird.

Nicht unerwähnt bleiben soll, dass das getestete Mittelklasseobjektiv Zeiss Tessar f4 24-70mm hier auch einen entscheidenden Beitrag leistet.


Es bringt diese enorme Auflösung hervorragend auf die Straße. Das ist bei einem so „günstigen“ Objektiv der 1.200 €-Klasse nicht unbedingt zu erwarten. Schließlich hat der Chip der Sony Alpha 7R 37 Millionen Pixel zu bieten.
 

Das Zeiss Tessar f4 24-70mm mach auch hier einen guten Eindruck

Das Zeiss Tessar f4 24-70mm mach auch hier einen guten Eindruck


Der Bildstabilisator arbeitet hervorragend

Der elektronische Bildstabilisator der Sony verdient sich den Namen „Stabilisator“. Selbst bei Schüssen aus der Hand 1/30s waren die Bilder noch scharf! Dies sucht seines Gleichen und ist besonders für Street Photography eine wichtige Sache. Zudem hilft das klappbare und knackscharfe Display dem Fotografen auch aus außergewöhnlichen Lagen heraus zu shooten.
 

Akkuleistung sollte sich verbessern

Bedingt durch die rein elektronischen Bauteile braucht die Sony viel Akkupower. Der Energiehunger des Displays, des Bildstabilisators und der gesamten Elektronik ist schon enorm. Da reicht der mitgelieferte kleine Akku nicht wirklich lange und das Shooting wäre nach gerade einmal zwei bis drei Stunden schnell vorbei. Der optionale Batteriegriff ist in jedem Fall zu empfehlen, da sich darin nochmals zwei Akkus verstauen lassen und es die Bedienung gerade bei Portraitaufnahmen damit sehr erleichtert.
 

Beeindruckende Kontraste bis in die kleinsten Ecken

Beeindruckende Kontraste bis in die kleinsten Ecken


Sony Alpha 7R in der Praxis tauglich? Fazit.

Zu Beginn des Tages war ich frohen Mutes die Kamera schnell und sicher bedienen zu können. Dies hat sich in den darauf folgenden Stunden etwas relativiert. Du musst Dich mit ihr beschäftigen und die vielen Einstellmöglichkeiten erst einmal durchgehen. Dann Deine präferierten Einstellungen finden und sie schließlich so einrichten wie Du es gerne möchtest.

Sie ist nicht unbedingt eine Kamera mit der man „mal eben“ ein paar Bilder macht. Vielmehr ist sie eine technisch zwar beeindruckende jedoch noch nicht ganz aufgreifte Kamera, die sicher in den nachfolgenden Serien den Sprung in die Profiklasse schaffen wird.

Mit der Bildqualität der Alpha 7R hat Sony schon eindrucksvoll bewiesen, dass sie ganz oben mitspielen wollen.


Bleibt abzuwarten ob Sony weiter an der Bedienbarkeit arbeitet, um sie für Profis noch attraktiver zu machen. Dies täte den aufgeteilten Markt zwischen Canon und Nikon weiterbringen.

Trotz einer enormen Kompression von ca. 40mb auf 400kb bleibt noch viel Detail übrig

Trotz einer enormen Kompression von ca. 40mb auf 400kb bleibt noch viel Detail übrig

Dies war ein kurzer Hands on Test der Sony Alpha 7R bei dem beeindruckende Bilder mit einer hervorragenden Bildqualität herausgekommen ist. Ich bin sehr gespannt auf die neue Serie a7R Mark II, die ich ebenfalls testen möchte. Wenn sich die Bedienung weiter verbessern wird und die Objektivanzahl von Zeiss ebenfalls weiter steigt komme ich tatsächlich ins Grübeln ob eine Sony nicht irgendwann meine Nikon ablösen wird. ;-)

Aufgrund wahnsinnig hoher Ladezeiten habe ich die Bilder hier natürlich extrem komprimiert. Jedoch findet Ihr die "original" JPG-Dateien unter folgenden Link (ca. 300mb):

JPGs der Sony A7R - Jens Hannewald

Ich hoffe Euch hat der kleine Hands-On Test gefallen, dann freue ich mich über Euer Feedback. Bald wird die Sony A7R Mark II getestet, die gestern offiziell vorgestellt wurde.

Bis dahin
Jens

Posted by Jens Hannewald.